"Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen. Ziehen Sie statt dessen doch einmal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden." (Edward Hoagland)

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Warum es manchmal nicht so läuft...
 
Denken wir noch einmal zurück an den Tag, an den Klein-Fellnase bei uns einzog:
Voller Herzlichkeit empfingen wir den kleinen Wonnenproppen bei den Züchtern, transportierten ihn wie ein rohes Ei nach Hause mit stolz geschwellter Hunde-Mama-Brust und dort angekommen begann es schon: Das Legen des Grundsteins für eine leicht "missglückte" Kommunikation ;-) 
Klein-Scheißerchen wurde auf Erkundungstour durch das Haus geschickt - schließlich muss der Welpe doch alles erst einmal erkunden und entdecken. Selbstredend, dass wir dabei vor Entzücken und Stolz beinahe geplatzt wären und mit größter Liebe und Fürsorge das lustige Treiben unseres neuen Familienmitgliedes beobachtet haben.
Klein Naseweis durfte aaalles erkunden, überall seine vorwitzige Nase hineinhalten und selbstverständlich alles in seinem Tempo und auch in der Reihenfolge, wie sein Navi ihm das vorgab...
 
Was hat unser Welpe schon jetzt gelernt?
 
Ganz einfach: Wir stellen ihm das Territorium zur Verfügung, über das er jetzt nun bestimmen darf. 
 
Warum das so ist?
 
Weil das wir ihm genau das in Hundesprache vermittelt haben. Wir haben ihm (aus Hundesicht) damit gesagt: "Triff DU die Entscheidungen. Ich treffe hier keine!"
Der nächste - natürlich genauso wie obiger Fehler völlig unbewusst geschehener Fehler: Hocherfreut über unser knuffeliges neues Familienmitglied überschütten wir den Welpen mit Aufmerksamkeit. Ständig umsorgen wir ihn - ob er das in dem Augenblick will oder nicht, sei an dieser Stelle einmal vernachlässigt - wir betüteln ihn, gucken ihn ständig mit Liebeshormonen vollgepumpt an, überschütten ihn mit Liebe und Fürsorge - nein, das ist an sich natürlich nichts Schlechtes - um auch ja von unserem kleinen Schatz geliebt zu werden. Betrachtet man dieses menschliche Verhalten einmal aus Sicht des Hundes, dann ist leicht zu verstehen, was wir ihm schon in den ersten Tagen bei uns kommuniziert haben:
"DU bist das allerwichtigste überhaupt!" Gleichzusetzen ist dieser Satz mit der "hündischen" Aussage: "DU führst hier!"
Warum das so ist? Ganz einfach: In einem Hunderudel erhält derjenige die meiste Aufmerksamkeit, der die Führung innehat. Na, fällt da etwas auf? ;-)  Tja, als Trost sei gesagt: Gerade diese Fehler passieren fast JEDEM Hundehalter - uns selbst eingeschlossen. Auch wir würden heute einen Welpen komplett anders erziehen, als wir das bisher getan haben. 
In diesem Sinne: Es ist NIE zu spät, sich als Rudelführer seines Hundes zu etablieren - man muss nur endlich damit beginnen :-)
 
Eure Alexandra